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Belichtungssteuerung 

Die Belichtungssteuerung einer Digitalkamera hat die Aufgabe, für richtig belichtete Bilder zu sorgen, also Blende und Belichtungszeit so zu wählen, dass der Bildwandler die unterschiedlichen Tonwerte des Bilds optimal auflöst. Wenn ein Bildwandler beispielsweise pro Farbkanal 10 Bit, also 1024 unterschiedliche Tonwerte zwischen 0 und 1023 auflösen kann, sollten die dunkelsten Schatten im Bild idealerweise mit 0, die hellsten Lichter mit 1023 wiedergegeben werden, sodass das volle Spektrum der Werte dazwischen für eine fein abgestufte Tonwertzeichnung verfügbar ist. Eine Unterbelichtung äußert sich darin, dass die hohen Zahlenwerte ungenutzt bleiben, während alle dunklen Partien unterschiedslos durch 0 wiedergegeben werden, also im Digitalbild schwarz erscheinen. Bei einer Überbelichtung bleiben umgekehrt die kleinen Zahlenwerte ungenutzt, während alle hellen Partien unterschiedslos durch 1023 ausgedrückt werden und keinerlei Zeichnung mehr erkennen lassen.

Die Belichtungsmessung ermittelt einen optimalen Lichtwert (EV), also die Menge des Lichts, das während der Aufnahme auf den Bildwandler fallen soll. Damit sind allerdings noch nicht Belichtungszeit und Blende bestimmt, da meist mehrere Kombinationen dieser beiden Parameter demselben Lichtwert entsprechen. Eine Programmautomatik wählt solche Werte, die in der Mehrzahl der Aufnahmesituationen zu befriedigenden Ergebnissen führen, aber nicht immer optimal sind. Motivprogramme optimieren Zeit und Blende für bestimmte Motive; so wird ein Sportprogramm möglichst kurze Belichtungszeiten wählen, um schnelle Bewegungen einzufrieren, während ein Landschaftsprogramm durch eine möglichst kleine Blende die Schärfentiefe zu maximieren versucht.

Wer die Bildwirkung unterschiedlicher Zeit- und Blendenwerte selbst steuern will, muss eine Zeit- oder Blendenautomatik wählen. Eine Zeitautomatik stellt zu einer vom Fotografen manuell vorgewählten Blende die passende Verschlusszeit ein. Da der Fotograf die Blende vorgibt, spricht man auch von einer Automatik mit Blendenpriorität. Eine Blendenautomatik ermöglicht dem Fotografen, die Verschlusszeit vorzugeben, wozu die Automatik die passende Blende wählt; sie wird auch als Automatik mit Zeitpriorität bezeichnet. Je nachdem, ob man Bilder eher über die Wahl der Blende und damit die Schärfentiefe oder über die Wahl der Verschlusszeit und damit die Wiedergabe von Bewegung gestaltet, sollte man eine Automatik mit Blenden- beziehungsweise Verschlusszeitpriorität wählen.

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